Kino im Kopf

Kino ohne Bildschirm

Was tun, wenn man als Kino-Fan einfach zu wenig Zeit hat, um in Ruhe Filme anschauen zu können? Die Lösung ist relativ trivial: Man nutzt Wartezeiten im Alltag und genießt Filme auf einem kleinen MP3-Player, der in jede Tasche passt – ohne einen Bildschirm, nur mit einem kleinen Stöpsel in einem Ohr!

Wie soll das funktionieren?

In den öffentlich rechtlichen Fernsehprogrammen werden hin und wieder Filme mit einer Audiodeskription-Tonspur gesendet (Für technische Details verweise ich auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel). Diese Tonspur ist eigentlich dazu gedacht, dass Menschen mit einer Sehstörung die ausgestrahlten Filme mitverfolgen können. Ein Erzähler erklärt dabei in ruhigen Filmpassagen das Geschehen auf der Leinwand, so dass die Stimmung des Films möglichst erhalten bleibt. Somit bleibt – im Unterschied zu Hörbüchern – die Originaltonspur mit den Stimmen der Schauspieler sowie der Filmmusik erhalten.
In der kommenden Woche werden z.B. Sleepers und Der englische Patient jeweils auf arte mit Audiodeskription ausgestrahlt.

Was kostet das?

Die Tonspuren sind für den Privatgebrauch letztendlich kostenlos zu bekommen, da man so gut wie keine DVDs findet, die mit Audiodeskription ausgeliefert werden. Somit wird lediglich etwas Bastelarbeit und PC-Zeit benötigt, um die Spuren aus einem Fernsehmitschnitt zu gewinnen.

Was braucht man dazu?

  • Eine TV-Karte am PC, die auch MPEG-Transportströme aufzeichnen kann (Dateiendung ts)
  • Eine Software, die in der Lage ist, die benötigte Audiospur aus dem Transportstrom zu extrahieren (z.B. Project X)
  • Software, die in der Lage ist, die Audiospur in eine mp3-Datei umzuwandeln (z.B. Audacity)
  • Optional Software um Tags für die mp3-Datei zu erstellen (z.B. Mp3tag).

Wie ist das Ergebnis?

Ich habe zwischenzeitlich mehrere Filme auf dem Weg zum Büro angehört. In der Regel habe ich die meisten dieser Filme bereits gesehen, so dass sich die „Bilder im Kopf“ natürlich an das bereits Gesehene angelehnt haben. Aber auch bei noch nicht gesehenen Filmen hat das erstklassig funktioniert – und die eine oder andere Träne bei rührenden Szenen musste ich auch schon verdrücken.
Mein Fazit: Erstklassig. Herzliches Dankeschön an die öffentlich rechtlichen Sendeanstalten für diesen Dienst!

Bei Fragen zur Vorgehensweise, einfach die Kommentarfunktion benutzen 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.