Privatfernsehen: Wir lieben es, dich zu nerven

Das Motto der Privatsender sollte eigentlich „We love to bother you“ lauten. Einen Spielfilm bei den Privaten zu schauen, macht derzeit so viel Spaß, wie ein Kinobesuch, bei dem der Vordermann Chipstüte und Handy benutzt und sich mehrmals zwecks Toilettenbesuch durch die Reihen schlängelt. An die Werbeunterbrechungen konnte man sich ja gewöhnen, indem man Filme einfach zeitversetzt mit herausgeschnittener Werbung angeschaut hat. Inzwischen verkommt der eigentliche Film offensichtlich aus Sicht des Senders immer mehr zum störenden Objekt, das es zu bedecken gilt. Das kann dann schon Mal (in relativ gemäßigter Variante) so aussehen:

Filmbild mit Werbung
Wer will schon den Film sehen…

Bleibt nur die Hoffnung, dass man solche seltsamen Geschichten irgendwann seinen Enkeln erzählen kann – als skurrile Epoche der Fernsehgeschichte. So wie damals die Nationalhymne und das Testbild bei Sendeschluss nach Mitternacht.

Wie gut, dass es noch die dritten Programme gibt. Da kommen Filme teilweise sogar noch mit Abspann!

Kino im Kopf

Kino ohne Bildschirm

Was tun, wenn man als Kino-Fan einfach zu wenig Zeit hat, um in Ruhe Filme anschauen zu können? Die Lösung ist relativ trivial: Man nutzt Wartezeiten im Alltag und genießt Filme auf einem kleinen MP3-Player, der in jede Tasche passt – ohne einen Bildschirm, nur mit einem kleinen Stöpsel in einem Ohr!

Wie soll das funktionieren?

In den öffentlich rechtlichen Fernsehprogrammen werden hin und wieder Filme mit einer Audiodeskription-Tonspur gesendet (Für technische Details verweise ich auf den entsprechenden Wikipedia-Artikel). Diese Tonspur ist eigentlich dazu gedacht, dass Menschen mit einer Sehstörung die ausgestrahlten Filme mitverfolgen können. Ein Erzähler erklärt dabei in ruhigen Filmpassagen das Geschehen auf der Leinwand, so dass die Stimmung des Films möglichst erhalten bleibt. Somit bleibt – im Unterschied zu Hörbüchern – die Originaltonspur mit den Stimmen der Schauspieler sowie der Filmmusik erhalten.
In der kommenden Woche werden z.B. Sleepers und Der englische Patient jeweils auf arte mit Audiodeskription ausgestrahlt.

Was kostet das?

Die Tonspuren sind für den Privatgebrauch letztendlich kostenlos zu bekommen, da man so gut wie keine DVDs findet, die mit Audiodeskription ausgeliefert werden. Somit wird lediglich etwas Bastelarbeit und PC-Zeit benötigt, um die Spuren aus einem Fernsehmitschnitt zu gewinnen.

Was braucht man dazu?

  • Eine TV-Karte am PC, die auch MPEG-Transportströme aufzeichnen kann (Dateiendung ts)
  • Eine Software, die in der Lage ist, die benötigte Audiospur aus dem Transportstrom zu extrahieren (z.B. Project X)
  • Software, die in der Lage ist, die Audiospur in eine mp3-Datei umzuwandeln (z.B. Audacity)
  • Optional Software um Tags für die mp3-Datei zu erstellen (z.B. Mp3tag).

Wie ist das Ergebnis?

Ich habe zwischenzeitlich mehrere Filme auf dem Weg zum Büro angehört. In der Regel habe ich die meisten dieser Filme bereits gesehen, so dass sich die „Bilder im Kopf“ natürlich an das bereits Gesehene angelehnt haben. Aber auch bei noch nicht gesehenen Filmen hat das erstklassig funktioniert – und die eine oder andere Träne bei rührenden Szenen musste ich auch schon verdrücken.
Mein Fazit: Erstklassig. Herzliches Dankeschön an die öffentlich rechtlichen Sendeanstalten für diesen Dienst!

Bei Fragen zur Vorgehensweise, einfach die Kommentarfunktion benutzen 🙂

Fernsehen – für webOS

Mit dieser webOS-App habe ich mir selbst einen großen Wunsch erfüllt: Endlich wieder eine Fernsehzeitung auf meinem Palm, die man offline benutzen kann und die eine Kalenderfunktion hat. Zudem ist sie nicht zugemüllt mit Daten von Sendern, die ich gar nicht sehen kann (oder möchte).
Die App selbst enthält keinerlei Fernsehdaten – sie ist jedoch in der Lage, EPG-Informationen von TerraTec-TV-Karten zu visualisieren.

„Fernsehen – für webOS“ weiterlesen